7. türkisch-deutsches Literaturfestival in Essen und im Ruhrgebiet

www.Grend.de
Das Programm
Freitag, den 14. Oktober 2011
10:00 Uhr
Schullesung: BEST OF RUHRKULTUREN
Seit 2005 werden im Rahmen des Schreibprojektes Ruhrkulturen Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aus dem gesamten Ruhrgebiet dazu aufgerufen, Texte einzureichen, in denen sie beschreiben, wie sie leben, welche Schwierigkeiten, Probleme und Sorgen sie haben. Eine Auswahl der eingesandten Texte wird jeweils in einer Anthologie veröffentlicht. Im Rahmen des Literatürk Festivals lesen Schüler für Schüler die besten Geschichten aus über einem halben Jahrzehnt Ruhrkulturen.
Bisher erschienen:
2005 - Fremd und doch daheim?!
2006 - Dann kam ein neuer Morgen
2007 - Heute ist Zeit für deine Träume
2008 - Pfade ins Revier - Pfade im Revier
2009 - Was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte
2010 - Märchenhaftes zwischen Ruhr und Emscher

www.ruhrkulturen.de
Eintritt frei
20:00 Uhr
Eröffnung Literatürk 2011
UNDERCOVER REPORTAGEN / DIE WATTENSCHEIDER SCHULE

Literary Lifestyle Terrorism: Die WATTENSCHEIDER SCHULE macht Guerilla-Journalismus im Großstadt-Dschungel des Ruhrgebiets. Eintauchen, abtauchen, auftauchen. Das Autorenduo Herr Schlange und Herr Joswig hat sich seit April 2009 dem Straßenkampf mit Stift und Notizblock verschrieben. In ihren unkonventionellen Undercover-Reportagen berichten sie von sozialistischen Bootcamps, heilsversprechenden Sektenmessen, herzlichen Liebesagenturen und natürlich von jeder Menge Alkohol und Zigaretten.

JOSWIG, geboren 1975, ist gelernter Schauspieler und Dekorateur;
SCHLANGE, geboren 1982, Schnauzbartträger, freiberuflicher Journalist und Autor. Beide wuchsen in Bochum-Wattenscheid auf und sind sich - seit dieser harten Schule - für nichts mehr zu schade, es gilt immer: Man muss in die Scheiße gegriffen haben, um zu wissen, wie sie riecht. Ihre Storys sind eine Mischung aus Hunter S. Thompsons Gonzo-Style und Charles Bukowskis stinkendem Alk-Atem - verfeinert mit einer Prise von Wallraffs unvergleichlicher Selbstironie.

„Das Duo ist genial, nicht nur bei den Lesungen, die nie die erzählenden Typen hinter den Texten verstecken. Ein Schauspieler und ein Journalist ziehen in die Welt und setzen sich den Absonderlichkeiten des modernen Lebens aus, bleiben stets Außenseiter, Loser, auch oder gerade in der Masse. (...) Komisch wie die Neue Frankfurter Schule, Pop wie die Hamburger Schule und Philosophie wie die Mutter aller Schulen, die Frankfurter.“ (Martin Kaysh, Ruhrbarone)

EINTRITT 4 EURO
(berechtig auch zum Besuch der nachfolgenden Veranstaltung ZORN und BAZUKA)





21:00 UHR

ZWEISPRACHIGE LESUNG UND GESPRÄCH MIT MURAT UYURKULAK
"ZORN" / "BAZUKA"

ÜBERSETZUNG UND MODERATION: SABINE ADATEPE

MURAT UYURKULAK liest Auszüge aus seinem im Mai 2011 auf Türkisch erschienen Erzählband „Bazuka“, ebenfalls vorgestellt wird sein 2008 auf Deutsch erschienener Roman „Zorn“. Moderation und Übersetzung: Sabine Adatepe “Zorn“ ist die Geschichte eines alten Kämpfers mit Beinamen „der Dichter“ und eines jungen Enthusiasten, die zufällig im selben Zugabteil von Istanbul nach Diyarbakir reisen. Sie trinken, rauchen und reden, bis der Dichter dem jungen Mann ein Konvolut mit Manuskripten in die Hand drückt und sagt: „Los Lies!“ Die lose miteinander verwobenen Erzählungen, Beschreibungen und Gespräche handeln, wie der junge Mann bald feststellt, von seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Gleichzeitig wird damit die Geschichte einer ganzen Generation erzählt, die die Hoffnung auf eine Revolution nie aufgegeben hat. Das Erstlingswerk des jungen Autors Murat Uyurkulak sorgte bei seinem Erscheinen für Furore, und wurde als literarische Sensation gefeiert, seither gilt Murat Uyurkulak als einer der wichtigsten jungen Stimmen der zeitgenössischen türkischen Literatur. Kurze Zeit später ist sein vielbeachteter zweiter Roman „Rache“ (Har) erschienen, in der die Geschichte eines Deserteurs erzählt wird. Sein neuer Erzählband „Bazuka“ enthält neun Kurzgeschichten über Liebe, Einsamkeit und Gewalt.

MURAT UYURKULAK, geboren 1972 in Aydın, studierte zunächst Jura, dann Kunstgeschichte in Izmir, brach jedoch beides ab und zog nach Istanbul. Dort arbeitete er u.a. als Kellner, Übersetzer, Journalist und Verleger. Heute ist er Auslandsredakteur der Tageszeitung „Bir Gün“. Zudem hat er Bücher u. a. von Edward Said und Mikhail Bakunin ins Türkische übersetzt.

„Uyurkulak verschweigt nichts. Seine Sprache ist klar, kraftvoll, präzise.“ (Maximilian Popp, Der Spiegel)
Eintritt: 4 €
Samstag, den 15. Oktober 2011
19:30 Uhr
ZWEISPRACHIGE LESUNG & GESPRÄCH
"LÜSYEN" (LUCIENNE) - HISTORIE EINER LIEBE
ÜBERSETZUNG UND MODERATION: MURAD BAYRAKTAR

Bei Literatürk ist Can Dündar mit seinem 2010 auf Türkisch erschienen Roman „Lüsyen“ - Historie einer Liebe“ zu Gast. Der erste Roman Can Dündars basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte der stürmischen Liebesbeziehung zwischen dem 60-jährigen berühmten osmanischen Dichter, Theaterschreiber und Diplomaten Abdulhak Hamit Tarhan (1852-1937) und der erst 19-jährigen Belgierin Lüsyen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Paares nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Wirren der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg, die gleichzeitig auch den Untergang des osmanischen Reiches und die Gründung der türkischen Republik ankündigt. Von Atatürk über Victor Hugo, Nazim Hikmet zu Jack the Ripper kreuzten viele noch heute bekannte Namen das Leben der beiden. Moderation und Übersetzung: Murad Bayraktar. Die deutsche Übersetzung wurde für das Literatürk Festival von Gerhard Meier angefertigt.

„Nur damit sie nicht ging, hatte er also sagen müssen: „Geh!“ Es war dies eine Lösung, die auch Lucienne zufrieden stellte. Sie wollte weder ein Schlachtfeld hinterlassen, noch auch gänzlich der Fittiche beraubt werden, unter denen sie herangewachsen war. Von Hâmids Frau wurde sie zu seiner Tochter, während Hâmid in jeder Hinsicht vom Gatten zum Vater avancierte. Was wohl die Umgebung zu diesem Wechsel sagen würde? Was für Reaktionen würde es auslösen, wenn Hâmid seine Frau höchstselbst mit einem anderen verheiratete? Auf dergleichen nahmen sie einstweilen keine Rücksicht. Sie befanden sich inmitten einer Fata Morgana und waren allein damit beschäftigt, sich gegenseitig zu schützen.“ (Auszug aus Lüsyen aus dem Türkischen von Gerhard Meier.)
Eintritt: 4 €
21:30 Uhr
Lesung & Musik / Roman von: Oğuz Atay (1934-1977)
"DER MATHEMATIKER"

Selten hat man die Chance, einer Romanfigur live zu begegnen! „Der Mathematiker“ ist eine Romanbiografie des Ingenieurs Mustafa İnan, der von 1911 bis 1967 lebte; sein Sohn, Hüseyin Inan, wird mehrfach in dem Buch erwähnt und ist Zeitzeuge. Zur Einführung sprechen die Übersetzerin, Monika Carbe, zum literarischen Aspekt, und Hüseyin Inan zu biografischen Fragen. Murat Çakmaz spielt Variationen auf der Ney.

Der Ingenieur und Mathematiker Mustafa Inan ist ein Universalgelehrter: Zwar fiel er mit vier Jahren vom Dach, und sein Vater bezweifelte zeit seines Lebens, dass aus dem schwächlichen Jungen noch etwas Rechtes wird. Doch bald machen ihn sein mathematisches Genie, sein phänomenales Gedächtnis und seine eiserne Willenskraft zur Legende. Eine Promotion an der ETH Zürich befördert seine wissenschaftliche Karriere an der Technischen Universität Istanbuls, wo er schließlich Dekan und Rektor wird. Der eigenwillige Forscher und Lehrer verzweifelt jedoch an der Denkfaulheit, die sich in den Köpfen der Dozenten und Studenten wie eine Geisteskrankheit eingenistet hat. Unermüdlich sucht er nach einer Möglichkeit, die Logik Einsteins und die intuitive Weisheit der Sufi-Mystiker miteinander in Einklang zu bringen.

„Mustafa Inan erscheint in Oğuz Atays Roman als ein moderner geistiger Vordenker zwischen Orient und Okzident, der unbeirrt den rechten Weg zeigt, nämlich, dass sich eine Gesellschaft nur entwickeln kann, wenn alle Menschen die Trägheit und Denkfaulheit überwinden. Der Wissenschaftler weiß, die sozialen Institutionen funktionieren wie kommunizierende Röhren. Das Individuum allein vermag die Welt nicht zu verändern, aber es muss sich selbst disziplinieren und als Lehrer die Verantwortung für die anderen übernehmen.“ Aus dem Nachwort von Gürsel Aytaç




Eintritt frei
Sonntag, den 16. Oktober 2011
13:00 Uhr
Ein Tag der Poesie, der Liebe, und der Sehnsucht in der Zeche Carl ab 13 Uhr / Tageskarte 7 Euro
ON AIR! LIVE RADIO STREAM

„SCHWINGUNGEN DER HERZEN“ | DILDEN DILE TITREŞIMLER

SONDERSENDUNG IN KOOPERATION MIT DEM ISTANBULER RADIOSENDER AÇIK RADYO (OFFENES RADIO)
ZUSAMMENGESTELLT UND MODERIERT VON EMRE DAĞTAŞOĞLU

Als besonderes Highlight findet in diesem Jahr eine Kooperation mit dem Istanbuler Radiosender Açık Radyo und dem Festival Literatürk statt. Aus Anlass des 50-jährigen Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei widmen wir diese Radiosendung der ersten Generation türkischer Gastarbeiter. In gemütlicher Atmosphäre laden wir dazu ein, das von Emre Dağtaşoğlu eigens für das Festival zusammengestellte Radioprogramm zu hören, in Erinnerungen zu schwelgen oder einfach nur in die Welt der Töne einzutauchen.
Zu hören gibt es Lieder, die von der Fremde, der Liebe und der Sehnsucht handeln. Jahrtausendelang wurde Poesie mündlich überliefert. Singende Poeten trugen im Bannkreis ihrer Hörer ihre Gedichte vor, meist in Begleitung eines Instrumentes. Die von Generation zu Generation weiter gegeben und weiter entwickelten Gedichte und Lieder als Ausdruck der kulturellen Werte, Sitten und Gebräuche bestimmter Regionalkulturen eröffnen dem geneigten Hörer einen einzigartigen Einblick in die Welt der Singenden Poeten.

Zu sehen gibt es das Diaprojekt „FREMDE HEIMAT". Eine Geschichte der Einwanderung.“ Das zweisprachige Diaprojekt (deutsch/türkisch) umfasst etwa 130 Dias. Es handelt dabei vor allem um Originaldokumente und private Fotografien von MigrantInnen sowie Bilder aus den Ausstellungen Fremde Heimat (1998), 40 Jahre Fremde Heimat (2001) und Projekt Migration (2005). Die Dias von persönlichen Erinnerungsgegenständen, überwiegend privaten Dokumenten und Fotografien dokumentieren die Anwerbung bis 1973 und den Prozess der Niederlassung von mehr als fünf Millionen Menschen, die heute zur Bevölkerung der Bundesrepublik gehören. Das Diaprojekt wurde vom Dokumentationszentrum für Migration in Köln erarbeitet.

Beim lauschigen Radiohören werden kleine Gaumenfreuden aus der türkischen Küche gereicht.

Livestream der Sendung unter www.acikradyo.de

„Der ambitionierte Istanbuler Radiosender Açık Radyo steht für Meinungsvielfalt und unabhängigen Journalismus in der Türkei - jenseits der allgegenwärtigen Monopolisierung des Medienmarktes in der Türkei. Menschenrechts- und Umweltthemen bilden den Schwerpunkt der Berichterstattung von Açık Radyo. "Offen sein für alle Stimmen des Universums" – so lautet das Motto des Senders. Auch in musikalischer Hinsicht: Auf der Istanbuler Frequenz 94,9 mischen sich Reggae und Klassik, Pop und Weltmusik. Der Radiosender kooperiert mit Rundfunkanstalten weltweit. Seit vielen Jahren strahlt Açık Radyo frühmorgens eine Viertelstunde lang auch das türkische Programm der Deutschen Welle aus.“ (Claudia Hennen, www.qantara.de)






14:30 UHR

ANATOLIA BLUES. IN MEMORIAM AŞIK VEYSEL
DOKUMENTARFILM UND REGIE- GESPRÄCH
VON UND MIT GÜLSEREN SUZAN UND JOCHEN MENZEL
EINTRITT 3 EURO

Der Film ist eine musikalische Reise, die vom Dorf Sivrialan - dem Geburtsort Aşık Veysel’s - über Ankara und Istanbul bis in die Schweiz führt. Er öffnet ein Fenster zur Seele Anatoliens und bringt die karge Schönheit ihrer Liedpoesie zum Klingen. Anatolien zu verstehen, heißt ihren Volksdichtern und ihren Liedern zuzuhören. Begleitet von der Saz erzählen sie von der Heimat und den Sehnsüchten der Menschen.
Einer der größten zeitgenössischen Volkssänger und Dichter der Türkei war der blinde, 1973 verstorbene Aşık Veysel. Sein klagender Gesang ist wie der Blues Anatoliens. Noch heute inspirieren seine Lieder die Meister der Saz wie Arif Sağ, Volkssänger wie Ali Güç oder junge Musiker wie Oğuz Aksaç. Und mit dem türkischen Pianisten Fazıl Say haben die Lieder Aşık Veysels die großen Konzertsäle der Welt betreten. Seine Gedichte und Lieder handeln von der Natur, der Liebe, der Mystik und den gesellschaftlichen Ereignissen seiner Zeit.

Anatolia Blues war u.a. zu sehen auf dem Filmfestival Türkei/Deutschland und auf dem türkischen Film- und Kulturfestival Boston.

"Meine Sorgen kann ich keinem sorgenlosen Menschen erzählen." Aşık Veysel






16:30 UHR

MEINE GROSSMUTTER | ZWEISPRACHIGE LESUNG & GESPRÄCH
MIT FETHIYE ÇETIN
ÜBERSETZUNG UND MODERATION TEVFIK TURAN
EINTRITT 3 EURO

Fethiye Çetin liest aus ihrer 2004 in der Türkei erschienen Romanbiographie „Die Großmutter“. Sie erzählt darin die Geschichte Ihrer Großmutter Heranusch Gardarian, die während der blutigen Umsiedlungen von Armeniern im Jahr 1915 von einem türkischen Gendarmen in Sicherheit gebracht wird und fortan als Muslimin lebt. Sechzig Jahre später, bereits Großmutter, bricht Heranusch Gardarian ihr Schweigen und spricht mit ihrer als Türkin geborenen Enkelin über die Vergangenheit und das Verdrängen. Moderation und Übersetzung: Tevfik Turan.

„Die Großmutter“ 2011 im Verlag auf dem Ruffel erschienen. Übersetzung aus dem Türkischen von Christina Tremmel-Turan und Tevfik Turan.

„Das [Buch] liegt quer zu aller nationalistischen Rhetorik, die den Umgang mit der Katastrophe noch immer bestimmt.“ (Günter Seufert, Die Zeit)






18:30 UHR

CUT UP - LITERATUR IM ZEITRAFFER |
SZENISCHE LESUNG
EINTRITT 3 EURO

Von Thomas Mann bis Feridun Zaimoğlu. Die szenische Lesung Cut Up - Literatur im Zeitraffer ist eine Collage aus Romanen und Gedichten aus 12 Jahrzehnten von 1900 bis in die unmittelbare Gegenwart und basiert auf der Grundidee der Vergleichbarkeit literarischer Werke aus unterschiedlichen Kulturkreisen anhand der Kriterien: Erscheinungsjahr und Thema. Hierfür wird jedes Jahrzehnt anhand ausgewählter Texte zweier unterschiedlicher Autoren vorgestellt. Jedem originär deutschsprachigen Werk ist ein türkisch- oder anderes Anderssprachiges Pendant in deutscher Übersetzung gegenübergestellt.

Erstaufführung im Rahmen des Literatürk-Festivals. (Autoren: Dr. Monika Carbe, Fatma Uzun)
Sprecher: Patrick Joswig, Venus Hosseini und Dr. Monika Carbe







20:00 UHR

PREMIUM GROOVE MIT DJ FND
EINTRITT FREI

Zum Abschluss des Tages legt DJ FND Klassiker von den 60‘ern bis heute auf und versüßt uns jene komische Warteschleife, die sich Leben nennt.



Tageskarte:
Eintritt: 7 €
Montag, den 17. Oktober 2011
10:30 Uhr
Schullesung: NUR DER HIMMEL IST DIE GRENZE
Schullesung: Interkulturelle Verständigung am Beispiel von Star Trek. Lesung und Gespräch mit Christian Humberg, Autor von „Trekminds. Nur der Himmel ist die Grenze.“

Star Trek ist mehr als Action und Abenteuer. Es ist eine Philosophie, ein Vorbild ein Gefühl. Das Buch "TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze" geht diesem Gefühl auf die Spur und nimmt den Leser mit auf eine Reise hinter die Kulissen und Schauplätze. Hin zu den Ideen des gemeinsamen Miteinanders und der Verständigung, des menschlichen Geistes.

Eintritt frei
19:00 Uhr
Europas größter Filmpalast
LANGE NACHT DER KULTUR in Kooperation mit der Buchhandlung PROUST. WÖRTER+TÖNE und dem Essener LICHTBURG-KINO
ORIENTAL JAZZ mit dem Trio: KLARE / BEKTAŞ / AK
Jazzelemente, türkische Musik und lmprovisation

Das Trio "Klare/Bektaş/Ak" lernte sich 2003 in dem Projekt "Halbmond und Stern" kennen, einer orchestralen Annäherung an türkische Musik mit insgesamt 17 Musikern. Saxofonist Jan Klare und Oud-Spieler (türkische Laute) Ahmet Bektaş hatten zuvor schon in der Gruppe "Common Language" des amerikanischen Multiinstrumentalisten Brad Catler zusammen gearbeitet, Perkussionist Fethi Ak und Klare waren seit 1999 Mitglieder der Formation Mediterranean Brass Band, ab 2006 beschloss man regelmäßig als Trio zusammen aufzutreten. Das Repertoire bestand zunächst aus Bearbeitungen türkischer traditioneller Tänze, später nahm man Eigenkompositionen von Bektaş und Klare dazu. Das Publikum liebt die Band und ihre virtuose Kombination aus Jazzelementen, türkischer Musik und Improvisation.

"Die Musik von Klare/Bektaş/Ak wurzelt deutlich in der türkischen Folklore. Vor allem das Udspiel von Ahmet Bektaş und die so vielschichtigen, in den Soli regelrecht aufregenden Rhythmen auf der Darbuka von Perkussionist Fethi Ak. Aber auch Jan Klares Saxofon sucht Verbindungen zur orientalischen Musikwelt seiner beiden Kollegen auf der Bühne. Dennoch bleiben die Freiheit und der Improvisationsgeist des Jazz an diesem intimen und intensiven Abend spürbar. Alle drei im Scheinwerferlicht sind nicht nur beeindruckende Virtuosen auf ihren Instrumenten, sie entpuppten sich in den Flottmann-Hallen auch als geschickte Klangsucher und Klangverbinder. Da durfte es ruhig auch mal der Renaissance-Komponist Monteverdi sein, der die Vorlage für die grenzüberschreitende Klanggestaltung der drei Künstler aus Münster, Essen und Herten lieferte." (Christof Giese)







LESUNG UND GESPRÄCH:

ZAFER ŞENOCAK: „Deutschsein. Eine Aufklärung.“ trifft
NURAN D. ÇALIŞ: „Der Mond ist unsere Sonne „
Moderiert von Karin Yesilada

ZAFER ŞENOCAK:
Die Frage nach einer zeitgemäßen deutschen Identität ist heute aktueller denn je, wie die Hitzigkeit und Hilflosigkeit der Integrationsdebatten beweisen: Wir Deutschen haben keinen positiven Begriff davon, wer wir sind – und deshalb auch keine Vision für eine offene Gesellschaft, die sich nicht über die Abgrenzung des Fremden definiert.
Der Schriftsteller und Essayist Zafer Şenocak erinnert uns mit seinem aktuellen Buch „Deutschsein: Eine Aufklärungsschrift“ daran, die universellen Werte der Aufklärung lebenspraktisch ernst zu nehmen. Statt weiterhin auf Ängsten und Vorurteilen zu beharren, wird man mit dem Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, eine bessere Basis für das Zusammenleben finden.

„Ein verblüffendes Buch. Poetisch, grübelnd und doch hochpolitisch. Deutschsein ist ein Beitrag zur leidigen »Integrationsdebatte« – erstaunlicherweise in der Form einer Liebeserklärung. Hier will einer wissen, warum »ein attraktives Land sich hässlich macht. Selten hat ein Autor in jüngerer Zeit so warmherzig über die Deutschen geschrieben wie der Dichter Zafer Şenocak.“ (Jörg Lau, Die Zeit)


NURAN D. ÇALIŞ:
„Der Mond ist unsere Sonne“ ist sein erster Roman, ein wildes, leidenschaftliches Debüt: Alen schmeißt nach dem Tod seines Vaters die Schule und arbeitet als Türsteher. Er träumt von Geld, Partys in St. Tropez und einer eigenen Bar in Genua. Als sein Cousin hinter seinem Rücken Geschäfte macht, wird aus Freundschaft Misstrauen, Verrat und Gewalt. Sein Mädchen, Flo, verlässt die Stadt. Alen bleibt zurück als Zombie, als Schattenwesen, zwischen Nacht und Tag, Vergangenheit und Gegenwart. Bis sein Onkel ihm die Geschichte ihrer Familie erzählt, von dem Schatz, der im Land ihrer Vorfahren vergraben liegt. Und Alen macht sich auf in die fremde Heimat, nach Armenien. Mit authentischer, wilder Stimme erzählt Nuran David Çalış von wütender Sehnsucht, von Aufgeben und Aufbruch.

„Es geht mir darum, den Menschen eine Geschichte zu erzählen und auf allen Kanälen Volldampf zu geben. Das Leben sucht sich seinen Weg.“ (Nuran David Çalış)

„Es ist eben keine Selbstverständlichkeit, dass aus einem Türsteher in Bielefeld-Baumheide ein gefragter Dramatiker, Drehbuchautor und Regisseur wird, der in Essen und Hannover, am Thalia Theater in Hamburg und am Wiener Volkstheater inszeniert.“ (Die Welt)






TABEA ZIMMERMANN/Bratsche trifft EREN KUŞTAN/ Violine
WERKE VON HINDEMITH, MOZART und BABÜR TONGUR

TABEA ZIMMERMANN gehört seit langem zu den beliebtesten und renommiertesten Musikern unserer Zeit. Ihre charismatische Persönlichkeit, ihr tiefes musikalisches Verständnis und ihr natürliches Spiel werden von ihren Zuhörern und ihren musikalischen Partnern gleichermaßen geschätzt. Das sie heute als weltweit führende Bratschistin gilt, gründet nicht nur in ihrer außergewöhnlichen Begabung, sondern ebenso in der frühen und intensiven Förderung durch ihre Eltern, der umfassenden Ausbildung durch exzellente Lehrer und dem unermüdlichen Enthusiasmus, mit dem sie ihr Verständnis der Werke und ihre Liebe zur Musik an ihr Publikum vermittelt.

EREN KUŞTAN hat im Februar 2010 sein Bachelor Studium an der Hochschule für Musik „Hans Eisler“ erfolgreich abgeschlossen; seitdem absolviert er dort bei Prof. Stephan Picard sein Masterstudium.
Er spielte beim Gewandhaus Orchester in Leipzig, war zwischen 2002 und 2007 Mitglied im World Youth Orchestra sowie Stipendiat beim Deutschen Symphonie Orchester Berlin. Eren Kuştan ist mehrfacher Preisträger bei nationalen Violinwettbewerben in der Türkei. Er lebt in Berlin.





KOMMANDO ELEKTROLYRIK
LESUNG MIT ELEKTRONISCHER MUSIK

Das KOMMANDO ELEKTROLYRIK gehört zweifellos zur Avantgarde der deutschen Literaturszene. Die Gruppe hat sich dennoch schnell einen Namen in Deutschland gemacht und ist seit Anfang 2011 als Kulturbotschafter für das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt Europa unterwegs.
Die zunächst ungewöhnliche Mischung aus Literatur, elektronischer Musik und Performance ist inzwischen längst nicht mehr so unbekannt. Im Oktober 2010 erschien die erste EP „Status geändert“ beim gONZo-Verlag, Mainz. Momentan arbeitet die Gruppe am ersten richtigen Album, das 2012 veröffentlicht werden soll. Das hindert sie aber nicht daran, weiter auf Festivals aufzutreten und für das Goethe-Institut unterwegs zu sein.
Die Mischung aus Ernsthaftigkeit und spielerischem Spass, sowie der eigene Anspruch, zugleich unterhaltsam wie kritisch unsere Gesellschaft zu reflektieren, ist nah am Gedankengut des Festivals Literatürk.
Die Gruppe hat zudem ein paar Programm-Besonderheiten zum Festival versprochen.






KABARETT:
HAGEN RETHER: LIEBE

Seit 2003 ist Hagen Rether kabarettistisch pianistisch auf allen Bühnen und Fernsehkanälen der Republik mit seinem Programm Liebe unterwegs, das er ständig aktualisiert und variiert. Scheinbar sanft und gefühlvoll geiselt er vor allem Religion, Massenmedien, Kapitalismus, Konsumismus und Globalisierung. Seit einigen Jahren macht er vor allem in seinen Auftritten das Thema Islamfeindlichkeit zum Gegenstand, die er in der deutschen Gesellschaft, in der Politik und in den Medien sieht. Sein bis zu dreistündiges, ständig mutierendes Programm infiziert das Publikum mit gleich zwei gefährlichen Viren: der Unzufriedenheit mit einfachen Erklärungen und der Erkenntnis, dass nicht nur „die da oben“, sondern wir alle die Protagonisten dieses Spiels sind. LIEBE, so der seit Jahren konstante Titel des Programms, kommt darin nicht vor, zumindest nicht in Form von Herzen, die zueinander finden – und romantisch kommt allenfalls einmal die Musik des vielseitigen Pianisten daher. Sichtbar wird jedoch die Menschenliebe eines Kabarettisten, der an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr noch am Abgrund glaubt.
„Sprachlich so geschliffen und knallhart wie kein anderer wehrt sich da ein von der Welt enttäuschter Intellektueller, betreibt eine verletzte Seele Aufklärung in ihrer furiosesten Form, mit allem, was das Arsenal an Ironie, Sarkasmus und Zynismus hergibt. Nach wie vor einzigartig.“ (Süddeutsche Zeitung, Oliver Hochkeppel)

HAGEN RETHER SPENDET SEIN HONORAR FÜR SEINEN AUFTRITT IN DER LANGEN NACHT DER KULTUR DEM FRAUENHAUS IN ESSEN




GESAMTMODERATION:
SÜMEYRA KAYA (WDR5/ Funkhaus Europa)



Eintritt: 20,-€ / erm:15,-€ (Schüler, Studenten, Hartz IV-Empfänger)

Karten ausschließlich im Lichtburg-Kino, Kettwigerstr. 36, 45127 Essen, Tel: 0201-231023

Einlass: ab 18.00 Uhr

Veranstalter:
Grend-Kulturzentrum/Literatürk!,
Proust Wörter & Töne, Lichtburg-Kino

Medienpartner: Funkhaus Europa, Coolibri-Magazin


www.literatuerk.de
www.grend.de
www.buchhandlung-proust.de
www.lichtburg-essen.de
Eintritt: 20 €, ermäßigt 15 €
Dienstag, den 13. Dezember 2011
17:30 Uhr
Premierenlesung Buchprojekt 2011
Zwischen meinen Welten unterwegs
Premierenlesung mit jungen Autoren und Autorinnen

Im Rahmen eines Schreibwettbewerbs, den das Kulturzentrum Grend gemeinsam mit dem Geest-Verlag in Vechta durchgeführt hat, haben Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aus dem Ruhrgebiet in diesem Jahr Texte zum Thema "Zwischen meinen Welten unterwegs" geschrieben. Die interessantesten Texte sind jetzt in einem Buch veröffentlicht worden. Dieses Ereignis wollen wir mit einer Premierenlesung feiern, bei der einige der jungen Autorinnen und Autoren ihre Texte vorstellen werden. Dazu laden wir herzlich ein!

Dienstag, 13. Dezember 2011, 17.30 – 19 Uhr
VHS Essen, großer Saal
Eintritt frei

Das Buch- und Schreibprojekt ist ein Projekt des Kulturzentrum Grend und des Geest-Verlag in Vechta in Zusammenarbeit mit dem Festival „Literatürk“. Weitere Informationen auch unter: www.ruhrlesebuch.de
Eintritt frei